Tageswanderungen



Geben Sie Ihrem Körper Zeit sich an die ungewohnte Höhe anzupassen und lassen Sie es in den ersten ein oder zwei Tagen langsam angehen.

1) Kleine Spaziergänge zum Bach, zur nächsten Brücke bachaufwärts oder bachabwärts und wieder zurück, zu den nächsten Siedlungen im Tal, auf der Jeepstraße oder Pfaden, lassen Sie einen ersten Eindruck von Land und Leuten gewinnen. Sehen Sie den Bauern bei der Arbeit zu und lassen Sie sich auf eine Tasse Tee einladen. Die Bauern pausieren gerne einmal und fragen Sie aus über die Familie, das Wetter in Deutschland und Ihre Arbeit. Schön, wenn Sie ein paar Fotos von daheim dabei haben und vielleicht auch ein paar Kekse, um die Gastfreundschaft zu erwidern. Gegen Abend werden die Tiere von den Hängen zurück ins Dorf getrieben, ein guter Moment für schöne Aufnahmen von prächtigen Dzos (die „zahme Variante“ des Yak).

2) Wenn Sie sich etwas eingewöhnt haben könnte Basgo, gute 8 Kilometer talabwärts, ein Wanderziel sein. Basgo ist die alte Königsburg. Seit einigen Jahren wird die Anlage saniert und vor dem Verfall bewahrt. Mehrere Tempel mit wunderschönen Wandbildern und großen Statuen laden zum Betrachten ein. Wenn Lobsang, der Mönch vom Retreat, Sie begleitet, ist es einfach den Schlüsselverwahrer zu finden. Sonst kann es sein, dass Ihnen nur der höchstgelegene Tempel geöffnet wird. Das Haus, die Felder und der Obstgarten von Lobsangs Familie liegen unterhalb der Burg und vielleicht werden Sie eingeladen duftende, süße Aprikosen oder knackige Äpfelchen zu pflücken. Sie können sich nun in Basgo abholen lassen, auf den Bus warten oder langsam wieder das Tal hoch wandern. Da es zwei verschiedene Straßen gibt, ist für Abwechslung gesorgt.

3) Naturliebhaber können sich ein Lunchpaket mitgeben lassen, genügend Wasser und Tee einpacken und einen Tag mit einer einsamen Wanderung talaufwärts verbringen. Erst durch ein paar Weiler, dann über die Dorfalmen bis sich der Bach gabelt. Nun kann man einem der Bachläufe folgen so lange man Lust und Energie hat. Eine wenige genutzte Route über den Ney-Pass würde in 4-5 Tagen ins Nubratal führen. Wenn Sie den Hügel zwischen den Bächen ersteigen, so finden Sie rechter Hand einen einsamen Wacholderstrauch mit Gebetsfahnen – ein heiliger Ort. Nun haben Sie schon ca. 4.500m erreicht! Spätestens um 15 Uhr sollten Sie umkehren um sicher zum Retreat zurück zu kehren.

4) Natürlich kann man auch die kleinen Seitentäler von Ney erkunden, sie sind jedoch weitgehend weglos, man sollte Bergerfahrung und –ausrüstung haben.

5) Außerdem können Sie viele Klosterbesuche mit einer mehr oder weniger langen Wanderung kombinieren. Inzwischen sind die meisten Orte in Ladakh über Jeeppisten erreichbar, doch fahren dort kaum Autos, manchmal morgens und abends ein Bus. Schön sind z.B. die Wanderungen zu den Klöstern Rizong oder Mangyu. Auch bei anderen Fahrten gibt es immer eine Möglichkeit zum Wandern: lassen Sie dem Jeepfahrer eine längere Pause am Kloster und laufen Sie voraus, er soll erst in ein oder zwei Stunden nach kommen (lassen Sie ihn nicht voraus fahren, denn wenn es Missverständnisse gibt oder Sie doch früher ermüden, dann wird es problematisch!).

Wandern im Ney-Tal Talblick vom Retreatcenter Thagchokling Dorf Ney Retreatcenter Thagchokling Stupas bei Basgo

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